Die Krosigker Bockwindmühle

Die Geschichte der Windmühle Krosigk beginnt vermutlich irgendwann im 15. Jahrhundert. Sicher ist, dass in einem Lehensbrief 1451 auch 2 Mühlen in Krosigk erwähnt werden. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich hierbei um die Wassermühle am Mühlteich und die Windmühle auf dem Mühlenberg handelt. Dieser ist in einem weiteren Lehensbrief aus dem Jahr 1467 aufgeführt. Auf alle Fälle war die Mühle auch immer mit der recht wechselvollen Geschichte des Rittergutes verbunden. Die schweren Zeiten, vor allem während des 30-Jährigen Krieges mit den Zerstörungen und Plünderungen durch die Heerhaufen der Schweden und der Kaiserlichen Liga sowie der Durchzug der Armeen während der Befreiungskriege, dürften auch an der Mühle nicht ohne Spuren vorüber gegangen sein. Aber egal, ob durch Kriegseinwirkungen, Brände oder Unwetter zerstört oder beschädigt, immer wieder wurde sie repariert und war bis nach Ende des 1.Weltkrieges in Betrieb.In den zwanziger Jahren brannte die Mühle vollständig ab, nur die Fundamentsteine und ein paar alte Mühlsteine blieben erhalten. Der bis 1950 völlig kahle Mühlenberg wurde mit Bäumen für die Feuerholzgewinnung bepflanzt.
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994 entstand die Idee, eine alte verfallene Bockwindmühle aus Gollma bei Landsberg auf den Krosiger Mühlenberg umzusetzen. Zum Mühlentag 1996 konnte die rekonstruierte Mühle wieder einem breiten Publikum vorgeführt werden. In den folgenden Jahren waren besonders am Pfingstmontag, dem alljährlichen Mühlentagen, beide Krosigker Mühlen Anziehungspunkte für viele Besucher. Die reizvolle Umgebung lockte nicht nur viele Mühlenfreunde sondern auch Wandergruppen, Familien und Schulklassen zum Picknick auf den Mühlenberg.
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n der Nacht vom 11. zum 12. Januar 2007 tobte der Sturm „Franz“ in der Region und richtete in Krosigk schwere Schäden an. Auch unsere Bockwindmühle hielt diesem Sturm nicht stand und stürzte um. Die Schäden waren gewaltig, etwa 200.000€ würde der Wiederaufbau kosten. Zwar war die Mühle gegen Sturmschäden versichert, aber der Eigenanteil der Gemeinde lag bei 25%, also etwa 50.000€. Da die Kasse der Gemeinde leer war, schien das Schicksal der Mühle besiegelt.
Doch wir haben Freunde und Helfer gefunden, die nicht nur mit Geld, sondern in erster Linie mit unentgeltlichen Leistungen geholfen haben. Im Frühjahr 2008 konnte mit Unterstützung der Agentur für Arbeit die zerstörte Mühle abgebaut und wieder verwertbare Teile gesichert werden. Der eigentlich Wiederaufbau begann im Winter 2008/2009 mit der Vorbereitung der Aufbaufläche und der Vorfertigung des Mühlenbockes. Am 10.Juli wurde der Bock auf dem Mühlenberg aufgestellt.Die Fertigstellung der Mühle und die feierliche Inbetriebnahme fand am Tag des offenen Denkmals, am 12.09. 2010 im Rahmen der Bundesmeisterschaften im Leistungshüten von Schafen, statt. Auch wenn an diesem Tag nicht ein laues Lüftchen die Flügel bewegen wollte, war der Besucheransturm riesig. Inzwischen hat die Mühle ihren Drehtest bestanden. Jeden dritten Sonntag im Monat gegen 10.00 Uhr  treffen sich die Mitglieder des Mühlenvereins auf dem Mühlenberg um an der Mühle zu "werkeln" oder bei entsprechenden Wind die Mühle laufen zu lassen. Neugierige sind ausdrücklich wilkommen!

Wir danken unseren Sponsoren und Helfern:

Ingenieurbüro Veit und Partner           Landgut Krosigk          HWS GmbH    Volksbank Halle     Ingenieurbüro Metron

Mitteldeutsche Baustoffe GmbH   Gerüstbau Rommel     Scholzbau   Ingenieurbüro Sparfeld

Bürgerverein Krosigk   Frauenchor Krosigk

Ein besonderer Dank gilt der ÖSA- Versicherung für die gute Zusammenarbeit!